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Kostenübernahme für Zahnreinigung

Langer Atem nötig

Um den Service der gesetzlichen Krankenkassen unter die Lupe zu nehmen, wurden ausgewählte Kassen per E-Mail verdeckt nach ihren Konditionen der Kostenübernahme für eine professionelle Zahnreinigung gefragt. Knapp 86 Prozent (65) der Kassen haben geantwortet. Die höchst unterschiedlichen Antworten zeigen vor allem: Patienten brauchen oftmals einen langen Atem, um in den Genuss einer mäßigen Kassenbeteiligung zu kommen.

Für die medizinisch sinnvolle Prophylaxe, die per se jedoch keine gesetzlichen Kassenleistung ist, übernehmen immerhin mehr als 60 Prozent (49) der befragten Kassen einen freiwilligen Zuschuss an der vorbeugenden Profi-Putz-Aktion. In den Genuss einer Kassenbeteiligung zur Zahnreinigung kommen Patienten aber meist erst auf Nachfrage und nur dann, wenn sie ins jeweilige Regelgeflecht einer Kasse passen: Nur sechs Kassen zahlen einen Beitrag ohne Wenn und Aber. 30 Kassen belohnen ihre Mitglieder mit einem Zuschuss über ihre jeweiligen Bonusprogramme - etwa wenn diese individuelle Vorsorge-Leistungen (zum Beispiel ein Sportabzeichen) in ihrem Bonusheft vorweisen können. Und nur 16 Krankenkassen geben in ihrer E-Mail-Antwort die Höhe ihrer Beteiligung an: 10 bis 75 Euro werden für die Prophylaxe in der Mundhöhle gezahlt. Eine mäßige Zugabe für eine sinnvolle Prävention, die eigentlich in den Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen gehört: Ein Obolus von 10 oder 20 Euro ist gerade mal was für einen hohlen Zahn, denn die Kosten in den Zahnpraxen variieren zwischen 40 und 150 Euro.

Ein weiteres Viertel der Krankenversicherer beteiligt sich laut Anfrage nur, wenn die Säuberungsaktion von einem ihrer Vertragsärzte durchgeführt wird. Bei dieser Variante übernehmen 13 Kassen sogar sämtliche Aufwendungen. Sechs Krankenkassen hingegen bieten als scheinbare Kostenerleichterung fürs dentale Profi-Putzen den Abschluss einer privaten Zusatzversicherung an. Diese beschert Patienten - neben weiterem Komfort über die gesetzlichen Leistungen hinaus - jedoch auch weitere Mehrkosten. Zehn Kassen lehnen eine Beteiligung in jedweder Form ab.

Für Patienten erschwerend ist, dass sich die konkreten Regelungen über die Mehrleistung meist nur schwer aus den E-Mail-Antworten herausfiltern lassen: Lediglich bei fünf der 49 Rückmeldungen zur professionellen Zahnreinigung haben die Kassen das Kleingedruckte als Anhang beigefügt. Fast jede fünfte Kasse verweist auf eine ausführlichere Darstellung der Konditionen auf ihrer Internetseite. Der Rest (29 Kassen) antwortet in unverbindlichem Fachchinesisch.

Bezauberndes Lächeln dank Bleaching, Blendschale, Brücke & Co.

Weiße und gerade Zähne verleihen eine besonders schöne Ausstrahlung

Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen beginnen die meisten Menschen mit dem Frühjahrsputz. Doch nicht nur Haus und Garten erwachen langsam wieder aus dem Winterschlaf. Auch der eigene Körper bekommt nun wieder mehr Aufmerksamkeit, um in der warmen Jahreszeit in Sommerkleidung zu glänzen. Viele vergessen dabei jedoch das wichtigste Kleid des Menschen: das Lächeln. Weiße und gerade Zähne verleihen eine besonders schöne Ausstrahlung. Doch vielfach stören kleine Makel wie etwa Verfärbungen, Schiefstellungen, Lücken in Zahnzwischenräumen sowie fehlende Zähne das eigene ästhetische Empfinden. Heutzutage bestehen allerdings moderne, teilweise noch unbekannte zahnästhetische Methoden, um störende Makel schnell zu beseitigen. „Bleaching, zarte Keramikschalen, Komposite, Kronen oder Brücken helfen dabei, dem Gebiss wieder ein natürlich schönes Aussehen zu verleihen“, betont Dr. Roland Althoff, MSc, Spezialist für Endodontie und ästhetisch-rekonstruktive Zahnmedizin in der Zahnarztpraxis Oppspring.

Auf den richtigen Farbton kommt es an

Gleichmäßig und natürlich hell, so wünschen sich die meisten Menschen das Aussehen ihrer Zähne. Im Laufe des Lebens treten jedoch unterschiedliche Arten von Verfärbungen auf. Experten unterscheiden dabei zwischen extrinsischen, also oberflächlichen, und intrinsischen Verfärbungen, welche sich im Zahninneren befinden. Beide lassen sich in den meisten Fällen mit einem Bleaching entfernen. „Hierbei geben wir auf die betroffenen Zähne ein bleichendes Gel, auf das wir anschließend einen Halogen-Lichtbogen richten. Um dabei das Zahnfleisch nicht zu reizen, decken wir dieses schützend ab“, erklärt Dr. Althoff. Nach spätestens zwei Stunden können die Patienten den Behandlungsstuhl schon wieder verlassen und spüren nur für kurze Zeit eine leichte Kälteempfindlichkeit. Entgegen einiger Gerüchte wirken neue Verfahren dank spezieller Bleichgelformeln nicht mehr schädigend auf den Zahnschmelz. Bestehen jedoch starke Farbunterschiede, reicht Bleaching alleine oftmals nicht aus, um ein ästhetisches Ergebnis zu erzielen. An dieser Stelle greifen Spezialisten auf andere Methoden zurück.

Mit minimalem Zahnabtrag modellieren

Als eher unbekannte Alternative bei hartnäckigen Farbmakeln, leichten Fehlstellungen oder Lücken in Zahnzwischenräumen gilt die sogenannte Kompositfüllung. Hierbei handelt es sich um ein Material, das zu 85 Prozent aus plastischer Keramik und zu 15 Prozent aus Kunststoff besteht. „Um mit dem Verfahren beginnen zu können, entfernen wir zunächst die verfärbten oder kariösen Zahnstellen und füllen sie mit der Kompositmasse wieder auf“, erklärt Dr. Althoff. Dabei erhält die Füllung die gleiche Farbe und Transparenz wie die der gesunden Zahnsubstanz. Bis zu zehn Jahre hält der abriebfeste und robuste Werkstoff und birgt einen großen Vorteil gegenüber anderen ästhetischen Methoden: Da Mediziner nur den erkrankten Teil des Zahns abschleifen müssen, gilt die Komposit-Methode gegenüber aufgesetzten Keramikschalen oder Kronen als viel schonender und zahnerhaltender. Bestehen jedoch größere Defekte, die sich über die gesamte Oberfläche des Zahns ziehen oder diesen bereits teilweise zerstört haben, müssen andere Methoden Anwendung finden.

Bedeckt, versteckt oder überbrückt?

Hauchdünne Verblendschalen eignen sich ebenfalls bei extremen Verfärbungen, aber auch bei kleineren Fehlstellungen oder Zwischenraumlücken. Fest auf den Zahn geklebt, überdecken sie schnell und einfach störende Stellen und sorgen bis zu zehn Jahre für ein schönes Zahnbild. Hierbei erfordert es jedoch ein gleichmäßiges Abschleifen der gesamten vorderen Oberfläche und somit auch gesunder Substanz, um die natürliche Größe und Breite der Zähne beizubehalten. Kronen stellen die dritte ästhetische Lösung dar und kommen bei stark erkrankten Zähnen zum Einsatz. „Besteht aufgrund von Karies nur noch etwa ein Viertel des ursprünglichen Zahns, setzen wir sogenannte Kronen. Nach einem Abschliff umschließt dieser künstliche Aufsatz die restliche Zahnsubstanz vollständig“, bemerkt Dr. Althoff. Bei fehlenden Zähnen helfen Implantate oder Brücken. Fest mit den Nachbarzähnen verbunden, schließen künstliche Zähne die entstandene Lücke und halten bei Brücken bis zu zehn Jahre, bei Implantaten und richtiger Pflege sogar ein Leben lang. So findet sich für jeden Makel eine individuelle Lösung, um wieder strahlend lächeln zu können.

Neue Wege in der Zahnarztausbildung am Uniklinikum Aachen

Möglichst nah an der Realität

Mit einem neuen Trainingscenter für Zahnärzte im Studium stärkt das Universitätsklinikum Aachen die zahnärztliche Ausbildung. Das etwa zwei Millionen Euro teure „AixtraDental“ gehört zu den modernsten in Deutschland und ist Teil eines umfassenden, innovativen Lehrkonzeptes, das praxisnäher und patientenorientierter ist und mit einer Vielzahl neuer didaktischer Methoden aufwartet. In Anlehnung an den Aachener Modellstudiengang Medizin, der bundesweit Spitzenrankings belegt, lernen die angehenden Zahnmediziner dabei wesentlich früher, mit Patienten umzugehen. Kernstück ist dabei das jetzt neu eröffnete Ausbildungszentrum „AixtraDental“.

Neben einer Stärkung des selbstständigen Lernens, zum Beispiel durch E-Learning-Angebote, werden insbesondere in dem neuen Center die klinischen Fähigkeiten besondes früh gefördert und die Arbeit mit dem Patienten eingeübt. Früher ging es in den ersten fünf Semestern des insgesamt fünfjährigen Studiums vorrangig um Zahntechnik. Nun wird mehr Gewicht auf die Ausbildung zum (Zahn-)Arzt gelegt.

Möglichst nah an der Realität

„Wir wollen den vorklinischen und den klinischen Teil stärker verknüpfen. Früher haben die Studierenden zum Beispiel zunächst gut gelernt, wie man eine Prothese herstellt. Ob sie aber auch am Patienten passt, war eine andere Frage. Wichtig ist, dass die Studierenden früh erfahren, was es heißt, mit einem Menschen zu tun zu haben“, sagt Professor Stefan Wolfart, Direktor der Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Implantologie und Biomaterialien und Verfechter dieses innovativen Lehrkonzepts. Mitfinanziert wird das Labor aus Landesmitteln zur Renovierung der fast 30 Jahre alten Einrichtung der Zahnmedizin in Aachen.

Auf knapp 500 Quadratmetern führt das Labor zahntechnische und patientennahe Ausbildung für die 60 Studierenden pro Jahrgang zusammen. Im zahnärztlichen Bereich stehen dafür insgesamt 42 Simulationsplätze zur Verfügung, an denen die Arbeit am Patienten realistisch simuliert wird. Dazu befinden sich an jeder Simulationseinheit Patientenpuppen mit auswechselbaren Kunststoffzähnen und Gummiwangen. Jeder Platz ist mit PC und Monitor ausgestattet und mit dem Dozenten verbunden, der sich in jede Behandlung „einschalten“ kann.

Lernen - bei Bedarf 24/7

Im zahntechnischen Bereich erlernen die Studierenden weiterhin das zahntechnische Handwerk – allerdings nicht wie früher nur von Hand, sondern auch computerbasiert und mit 3-D-Technologie. „Die Studierenden“, sagt Wolfart, „arbeiten in dem einen Bereich wie Zahnärzte, in der anderen wie Zahntechniker.“
In modularen Kursen, die ab dem dritten Semester beginnen, geht es um das möglichst perfekte Erlernen zahnärztlicher Grundfertigkeiten – bohren und schleifen wird so unter möglichst realitätsnahen Bedingungen geübt, sogar mit Wasserspray. Studenten, die neben den Kursen weiter üben möchten, können einen Teil des Labors übrigens rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche nutzen.

Trainiert wird übrigens nicht nur an Puppen. Die angehenden Zahnärzte üben den Umgang mit künftigen Patienten auch an Simulationspatienten. So lernen sie zum Beispiel, wie man Patienten über Mundhygiene aufklärt und ihnen die richtige Prothesenpflege erklärt – was sie anschließend an echten Interessenten in einer Seniorenresidenz testen können.

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