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Kieferbruch

Kieferbruch



Durch Unfälle, Stürze oder Gewalteinwirkung durch tätliche Auseinandersetzungen kann es zu Knochenbrüchen im Bereich der Kiefer kommen. Dabei kann sowohl der Knochen als Ganzes (Unterkiefer) oder auch nur der zahntragende Knochenteil des Kiefers brechen.


Klassische Symptome von Kieferbrüchen

  • Störungen des Zusammenbisses der Zähne: "Die Zähne passen nicht mehr aufeinander."

  • Stufenbildungen: stufige Knochenkanten sind tastbar.

  • Gefühlsstörungen: Die Unter- oder Oberlippe, der Kiefer oder auch der entsprechende Nasenflügel fühlen sich pelzig an.


Als wirklich sicheres Zeichen gilt die Stufenbildung im Bereich der Knochen! Schwellungen, Blutergüsse, Schmerzen sind unsichere Zeichen. Bei Kindern kommen so genannte Grünholzbrüche vor. Dieser Fall entspricht eher einer Verbiegung des Knochens nach Art eines jungen Baumastes. Bruchstufen entstehen dabei nicht.

Relativ häufig kommt es zum Bruch des Unterkiefergelenkfortsatzes, da dieser im Vergleich zum zahntragenden Unterkiefer weniger massiv ist. Das Gelenkköpfchen bricht besonders bei Kindern leicht im Zusammenhang mit Stürzen oder Schlägen auf das Kinn. Deshalb muss bei Vorliegen einer Kinnplatzwunde immer auch an einen Bruch eines oder beider Gelenkfortsätze gedacht werden. Gerade einseitige Gelenkfortsatzfrakturen bleiben leicht unerkannt.

Liegt auch nur der geringste Verdacht auf einen Knochenbruch im Kieferbereich vor, so sollte unbedingt ein Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie oder eine unfallchirurgische Ambulanz aufgesucht werden.


Behandlung
Der Knochenbruch wird zunächst durch entsprechende Röntgenaufnahmen diagnostiziert und muss in jedem Fall behandelt werden, um die Kontinuität des Knochens wieder herzustellen. Man unterscheidet operative und nicht operative Behandlungsverfahren.


Nicht operative Behandlung (konservative Therapie)

Der Kiefer wird gerichtet und über Drähte oder Kunststoffschienen stabilisiert, die an den noch vorhandenen Zähnen oder Prothesen befestigt werden. Diese Schienungen werden fest im Mund eingegliedert und müssen über mehrere Wochen getragen werden; sie erschweren die Zahn- und Mundpflege und behindern die Nahrungsaufnahme.


Operative Behandlung

In der Regel werden Kieferbrüche operativ behandelt. Die verstellten Knochenanteile werden zunächst gerichtet und dann über kleine Titan-Metallplatten (Miniplatten), die mit dem Knochen verschraubt werden, stabilisiert. Diese Art der Versorgung ist in der Regel funktionsstabil, d. h. das Öffnen des Mundes und das Bewegen des Kiefers (Sprechen und Essen von weicher Kost usw.) sind durchaus möglich.

Wurde der Bruch des Unterkiefergelenkfortsatzes früher meistens der Selbstheilung überlassen, wird heute häufiger eine operative Einrichtung der Bruchstücke erwogen, um Funktionseinschränkungen des Kiefergelenkes vorzubeugen.

Die Metallplatten (Osteosynthesematerial) werden in der Regel nach ca. drei Monaten wieder entfernt. Unterstützend werden meistens Antibiotika gegeben, obwohl Entzündungen im Mundbereich im Vergleich zu anderen Körperregionen selten sind.


Komplikationen

Je nach Heilungsverlauf und nach Schwere der Verletzung kann es zu Komplikationen - wie Entzündung des Bruchspaltes mit Knocheneiterung, nicht stabiler Verbindung der Knochenenden, Fehlstellungen sowie Nervstörungen - kommen. Eine fachärztliche Behandlung ist unerlässlich.


Dieser redaktionelle Beitrag wurde freundlicherweise vom MDZ - Medizinischer Beratungsdienst der Zahnärzte zur Verfügung gestellt.

 

Sollten Sie einen Kieferbruch vermuten, finden sie auf der Deutschen Zahnarztauskunft einen Öffnet externen Link in neuem FensterMund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen!