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Patienteninformationen > Patientengruppe Kinder

Patientengruppe Kinder



Milchzähne
Das Milchzahngebiss ist anders beschaffen als das eines Erwachsenen. Milchzähne - die ersten Zähne des Kleinkindes, die ab dem sechsten Lebensmonat aus dem Zahnfleisch treten - sind heller als die bleibenden Zähne. Der Aufbau des Zahnschmelzes unterscheidet sich von dem eines Erwachsenen-Zahnes, was dazu führt, dass Milchzähne bei Kariesbefall schneller zerstört werden.

Das Milchzahngebiss besteht aus 20 Zähnen, die vorderen Backenzähne sind noch nicht vorhanden. Bei so genannten Spätzahnern kann es vorkommen, dass sie ihre Milchzähne erst nach bis zu 18 Monaten bekommen. Diese Verspätung tritt allerdings relativ selten auf und zieht für die spätere Gebissentwicklung normalerweise keine negativen Konsequenzen nach sich. Das Milchzahngebiss wird in der Regel zwischen dem sechsten und dreizehnten Lebensjahr durch das bleibende Gebiss nach und nach ersetzt und durch die zusätzlichen Backenzähne ergänzt. Die Milchzähne erfüllen eine Platzhalterfunktion für die bleibenden Zähne.


Zahn- und Kieferfehlstellungen sind durch frühzeitigen Milchzahnverlust vorprogrammiert

Trotz immer besser werdender Aufklärung der Eltern über die Gefahren der Entstehung frühkindlicher Karies, leiden im Alter von 3 Jahren etwa 15 % der Kinder unter Karies. Die betroffenen Kinder werden erst zum Zahnarzt gebracht, wenn einzelne Zähne sehr stark verfärbt oder schon kariös eingebrochen sind. Eine Behandlung ist dann häufig nur noch in Allgemeinanästhesie (Narkose) möglich.

Bei den Milchzähnen treten schon sehr früh im Rahmen der Kariesentstehung irreversible Schädigungen des Nervs auf, die eine Wurzelbehandlung erforderlich machen. Anschließend müssen diese Zähne mit einer dichten Füllung oder einer konfektionierten Stahlkrone versorgt werden. Die Durchführbarkeit zahnerhaltender Maßnahmen ist umso schwieriger, je kleiner das Kind und je mehr Zähne betroffen sind. Der begrenzende Faktor für die Behandlung ist die Therapiefähigkeit des kleinen Patienten, die bei sehr jungen Kindern keinesfalls immer gegeben ist.

Als Ausweg bleibt in vielen Fällen nur die Entfernung der zerstörten Milchzähne. Der frühzeitige Verlust eines Milchzahnes hat aber immer, was häufig leider unterschätzt wird, weit reichende Folgen für die Entwicklung des bleibenden Gebisses.

Kinder mit frühzeitigem Milchzahnverlust sollten deshalb regelmäßig kieferorthopädisch untersucht werden, damit zum geeigneten Zeitpunkt korrigierend eingegriffen werden kann.


Der regelmäßige Zahnarztbesuch als positive Erfahrung

Ab wann Kinder regelmäßig den Zahnarzt besuchen sollten, kann man pauschal nicht festlegen. Es gibt unterschiedliche Empfehlungen der Zahnärzte, wobei als Richtwert häufig das Alter von etwa drei Jahren genannt wird. Mit dem regelmäßigen Zahnarztbesuch wird einerseits gewährleistet, dass die Entwicklung der Zähne überwacht wird, andererseits haben die Eltern die Möglichkeit, sich durch den Zahnarzt umfassend über die Zahnentwicklung, die richtige Mundpflege des Kindes, sinnvolle Aspekte der Ernährung und Anderes informieren zu lassen.

Die Tatsache, dass Kinder meist neugierig sind und sich für neue Erfahrungen durchaus begeistern lassen, kann man nutzen: Bei Kindern, die spielerisch und kindgerecht an die für sie neuen Zahnarztbesuche herangeführt werden, kommen unangenehme oder Angst-Gefühle erst gar nicht auf. Kleine Kinder können außerdem von den Eltern oder den älteren Geschwistern mit zu Kontrollterminen genommen werden, um sich mit der Umgebung der Praxis vertraut zu machen.

Ein Kind, das weiß, dass Zahnärzte Zähne gesund erhalten, hat es beim ersten Besuch leichter. Leider übertragen immer noch einige Eltern eigene Zahnarztängste auf die Kinder. Übertriebene Versprechungen bewirken im Kopf des Kindes, dass etwas Schlimmes folgen muss. Mit Sätzen wie: "Es tut nicht weh", "du brauchst keine Angst zu haben" und "es ist gar nicht so schlimm", vermittelt man Kindern unbewusst das Gegenteil. Begriffe wie "Bohrer, Spritze, Zahn ziehen" beflügeln die kindliche Phantasie (negativ). Wie wär´s mit "Rumpelbürstchen, kleiner Pieks und Wackelzahn entfernen"? Eltern sollten auch nie mit dem Zahnarzt drohen, auch nicht, wenn Zähne nicht geputzt oder zu viele Süßigkeiten gegessen werden. Ungünstig ist es, wenn schon beim ersten Zahnarztbesuch eine Behandlung durchgeführt werden muss.
 

Positive Erfahrungen, die von klein auf mit dem Zahnarztbesuch gemacht werden, erhöhen die Chance, dass der Patient sein ganzes Leben lang regelmäßig und ohne Scheu Zahnarzttermine wahrnimmt.

Es gibt in Zahnarztpraxen unterschiedliche Angebote bzw. Herangehensweisen, die Behandlung für das Kind positiv zu gestalten, zum Beispiel: Spielecken im Wartezimmer, die kindgerechte Belegung fachspezifischer Ausdrücke, spielerisches Umgehen mit der Praxiseinrichtung bzw. den Praxisgeräten (z. B. das Kind mit dem Behandlungsstuhl auf- und abfahren lassen), ein besonders gestaltetes Kinderbehandlungszimmer, …)
 

Lachendes Kind. Foto: © Ines Friedrich / pixelio.de

Prophylaxe: Die Vermittlung der richtigen Mundpflege
Kleinkinder sind noch nicht in der Lage, sich ganz alleine die Zähne zu putzen, da die Fähigkeit noch nicht ausgebildet ist, feine, systematische Bewegungen durchzuführen. Es ist deshalb wichtig, dass die Eltern "nachputzen". Der Zahnarzt kann spielerisch demonstrieren, welche Stellen beim Zähneputzen ausgelassen werden, wenn das Kind alleine putzt, indem er diese Stellen mit speziellen Färbemitteln sichtbar macht. Es gibt besondere Kinderzahnpasten, deren Fluoridkonzentration dem jeweiligen Alter angepasst ist und welche außerdem mit einem kindgerechten Geschmack für Spaß beim Zähneputzen sorgen.


Einsatz von Kronen und Prothesen

Der Einsatz von Kronen und Prothesen kann bereits bei den Milchzähnen notwendig werden, wenn Verletzungen, Fehlbildungen oder starker Kariesbefall vorliegen. Kinderkronen werden im sichtbaren Bereich der Zähne eingesetzt. Sie besitzen eine Porzellanverblendung und dienen zur Behandlung zerstörter Milchzähne. Bei Kinderprothesen handelt es sich um herausnehmbaren Zahnersatz speziell für Kinder. Die Behandlung mit Kinderprothesen wird allerdings aus zahntechnischen Gründen (Probleme der Befestigung des Zahnersatzes am Restgebiss) und weil Kinder sich nur sehr schwer an den Zahnersatz gewöhnen, selten durchgeführt.


Zahnärztlicher Kinderpass

Zahnärztekammern und Kassenzahnärztliche Vereinigungen geben in den verschiedenen Bundesländern so genannte zahnärztliche Kinderpässe heraus. In diesen werden die Ergebnisse der Untersuchungen bzw. Behandlungen dokumentiert.




Dieser redaktionelle Beitrag wurde freundlicherweise vom MDZ - Medizinischer Beratungsdienst der Zahnärzte zur Verfügung gestellt.

 

Datum der letzten Änderung: 2. Juni 2009