Männer sind Vorsorgemuffel Frauen nutzen zahnärztliches Bonusheft laut Umfrage öfter
Gemeinsame Pressemitteilung von BZÄK und KZBV
Zahnärztliche Vorsorge ist den Deutschen wichtig, aber Frauen achten mehr darauf als Männer. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach.
Die Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der gesetzlich Krankenversicherten auf die Führung ihres zahnärztlichen Bonusheftes achtet‚ Frauen deutlich akkurater als Männer. Fast Dreiviertel der Frauen aber nur etwas mehr als die Hälfte der Männer pflegen ihr Heft. Gesetzlich Krankenversicherte mit höherer Schulbildung achten insgesamt sehr viel stärker auf die Aktualisierung des Bonusheftes als Personen mit einfacher Schulbildung. Immerhin ein Fünftel der Befragten gab an, nicht auf die Führung eines Bonusheftes zu achten, obwohl sich die Zuschüsse der Krankenkassen bei Zahnersatz dadurch um bis zu dreißig Prozent erhöhen.
„Es ist erfreulich, dass der regelmäßige Kontrollbesuch in der Zahnarztpraxis für die Mehrheit zur Routine geworden ist“, erklärt der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Peter Engel, „nur rund ein Sechstel der Patienten kommt wegen akuter Beschwerden. Das zeigt, wie wichtig die Patienten Vorsorge nehmen.“
Der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Jürgen Fedderwitz, sieht allerdings in bestimmten Bereichen Nachholbedarf: „Wir müssen nicht nur zusehen, dass die Männer in punkto Vorsorge zu den Frauen aufschließen. Ausgerechnet in den bildungsschwachen Bevölkerungsgruppen, in denen es besonders wichtig wäre, wird das Bonusheft noch zu wenig genutzt. Dabei ist gerade dort das Erkrankungsrisiko überdurchschnittlich hoch. Wir müssen also noch intensiver aufklären.“
Insgesamt hat sich die wachsende Vorsorgeorientierung aber längst ausgezahlt. Die Mundgesundheit der Bevölkerung in Deutschland hat in den letzten zwanzig Jahren massive Fortschritte gemacht. Bei Kindern und Jugendlichen belegt Deutschland im internationalen Vergleich mittlerweile einen Spitzenplatz.
Hintergrund:
Die Studienergebnisse über „Einstellungen und Bewertungen der Bevölkerung zur zahnärztlichen Versorgung in Deutschland“ stützen sich auf die Befragung von 1.788 Personen, die einen repräsentativen Querschnitt der erwachsenen deutschen Wohnbevölkerung in der Bundesrepublik bilden. Die Erhebung wurde im April/Mai 2011 vom Institut für Demoskopie Allensbach in Zusammenarbeit mit dem IDZ durchgeführt. Die Studie wurde als IDZ-Information I/2012 veröffentlicht. Sie ist erhältlich über:
www.idz-koeln.de.

Jeder Zehnte hat große Angst vorm Zahnarztbesuch
Bundesweite Umfrage zur zahnärztlichen Versorgung
Die Mehrheit der Deutschen geht regelmäßig kontrollorientiert zum Zahnarzt. Trotzdem empfindet gut jeder Zweite eine zumindest (leichte) emotionale Anspannung bei dem Gedanken an eine zahnmedizinische Behandlung. Zwölf Prozent der Erwachsenen geben an, stark ausgeprägte Ängste mit dem Zahnarztbesuch zu verbinden. Knapp die Hälfte hat nur ‚etwas‘ oder ‚wenig‘ Angst, ein gutes Drittel aber ‚gar keine‘. Diese Ergebnisse zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach.
„Auch, wenn der Anteil von Personen mit starkem Angstempfinden mit 12 Prozent den deutlich geringeren Anteil ausmacht, nehmen wir die Zahnbehandlungsangst seit Jahren sehr ernst. Letztendlich beeinflussen Behandlungsängste die (orale) Gesundheit und somit auch die Lebensqualität“, so der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Peter Engel. „Vertrauen ist die Grundlage für eine erfolgreiche Therapie. Patienten sollten ihrem Zahnarzt gegenüber ihre Angst benennen, anstatt sie zu verbergen.“
Für den Vorsitzenden des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Jürgen Fedderwitz, sind die Ergebnisse der Umfrage nicht ungewöhnlich: „Die für Deutschland ermittelten Werte decken sich mit denen von Untersuchungen in anderen Nationen wie den USA oder Australien. Für die Minderheit von Patienten, deren Ängste so stark ausgeprägt sind, dass sie den Gang zum Zahnarzt über Jahre vermeiden, stehen jedoch Behandlungsmöglichkeiten wie Psychotherapie und Hypnose zur Verfügung. In Fällen von ärztlich attestierter Phobie kommt sogar eine Vollnarkose in Betracht.“
KZBV und BZÄK raten dazu, der Entstehung von Zahnbehandlungsängsten durch frühzeitige und regelmäßige Zahnarztbesuche vom Kleinkindalter an vorzubeugen. Bei den ersten Kontakten lernen Kinder die Praxis bzw. den Zahnarzt kennen. Sie gewöhnen sich an die regelmäßige Routineuntersuchung, mit der sich größere Zahnschäden und zahnmedizinische Eingriffe vermeiden lassen.
Hintergrund:
Die Studienergebnisse über „Einstellungen und Bewertungen der Bevölkerung zur zahnärztlichen Versorgung in Deutschland“ stützen sich auf die Befragung von 1.788 Personen, die einen repräsentativen Querschnitt der erwachsenen deutschen Wohnbevölkerung in der Bundesrepublik bilden. Die Erhebung wurde im April/Mai 2011 vom Institut für Demoskopie Allensbach in Zusammenarbeit mit dem IDZ durchgeführt.
Die Studie wurde als IDZ-Information I/2012 veröffentlicht. Sie ist erhältlich über:
www.idz-koeln.de.

TV-Tipp: Endlich wieder schöne Zähne: Zahnimplantate
hr-fernsehen, service: gesundheit, Donnerstag, 2. Februar 2012, 18:50 Uhr
"service: gesundheit" zeigt, wie man trotz Angst eine Zahnbehandlung gut überstehen kann und wo die Vor- und Nachteile von Brücken und Zahnimplantaten liegen. Fragen zum Thema beantwortet der Experte im Studio.
Ist ein Zahn nicht mehr zu retten oder klafft schon eine große Lücke im Kiefer, stellt sich die Frage nach einem passenden Zahnersatz. Manchmal bietet sich statt der üblichen Brücke ein Implantat an: ein künstlicher Zahn, der im Kiefer verschraubt wird.
Walter B. war aus Angst schon lange nicht mehr beim Zahnarzt. In seiner Freizeit geht der 58-Jährige gerne mit seiner Frau wandern, da darf eine zünftige Brotzeit natürlich nicht fehlen. Bei einer Wanderung beißt er in sein Leibgericht: Wurst und ein richtig harter Brotkanten. Plötzlich verspürt er höllische Zahnschmerzen. Auch zu Hause gehen diese nicht mehr weg. Walter B überwindet sich und sucht einen Zahnarzt auf. Dieser sieht gleich: Hier gibt es jede Menge zu tun - drei Zähne sind nicht mehr zu retten, und eine Wurzelbehandlung ist nötig. Da hilft nur noch eine Zahn-OP. Wie wird Walter B. sich entscheiden, und vor allem: Wird er seine Angst vor den Behandlungen überwinden?
Informationen zur Sendung im Internet unter
www.servicegesundheit.de.
http://www.servicegesundheit.hr-online.de
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